Globale Klimalage 2025: Rekorde, Risiken und verbleibende Handlungsspielräume

Zustand des Klimasystems

Der aktuelle „State of the Climate“-Bericht zeigt eine deutliche Zuspitzung der Klimakrise. Von 34 zentralen Indikatoren für den Zustand der Erde befinden sich 22 auf Rekordniveau. Besonders betroffen sind Oberflächentemperaturen, der Wärmegehalt der Ozeane, der Verlust von Meereis sowie die durch Brände verursachte Zerstörung von Wäldern. Diese Entwicklungen deuten auf eine fortschreitende Überhitzung des Erdsystems hin.

Rekordwerte und systemische Risiken

Das Jahr 2024 war das wärmste seit Beginn der Messungen und sehr wahrscheinlich das heißeste seit mindestens 125.000 Jahren. Die beschleunigte Erwärmung erhöht Risiken für zentrale Erdsysteme, darunter große Meeresströmungen, die Stabilität von Ökosystemen und die globale Wasserverfügbarkeit. Diese Risiken sind eng miteinander verknüpft und können sich gegenseitig verstärken.

Zeitfenster für Gegenmaßnahmen

Der Bericht betont, dass wirksame Klimaschutzstrategien bereits verfügbar und wirtschaftlich umsetzbar sind. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass sich das Zeitfenster für wirksames Handeln rasch schließt. Ohne entschlossene Maßnahmen steigen die Risiken für gesellschaftliche Stabilität, Gesundheit, Ernährungssicherheit und Ökosysteme deutlich an.

Zentrale Handlungsfelder

Die Forschenden identifizieren Maßnahmenpakete in mehreren Schlüsselbereichen:

Im Energiesektor könnten erneuerbare Energien wie Wind und Sonne bis 2050 einen Großteil des weltweiten Strombedarfs decken. Ein schneller Ausstieg aus fossilen Energieträgern gilt als einer der wirksamsten Hebel zur Emissionsminderung.

Im Bereich der Ökosysteme kann der Schutz und die Wiederherstellung von Wäldern, Feuchtgebieten, Mangroven und Mooren erhebliche Mengen an CO₂ binden oder Emissionen vermeiden. Gleichzeitig stärken solche Maßnahmen die biologische Vielfalt und die Wassersicherheit.

Im Ernährungssystem bieten die Verringerung von Lebensmittelverlusten und -abfällen sowie eine stärker pflanzenbasierte Ernährung ein hohes Minderungspotenzial, da dieser Sektor einen relevanten Anteil der globalen Treibhausgasemissionen verursacht.

Bedeutung kleiner Fortschritte

Der Bericht unterstreicht, dass jedes vermiedene Zehntelgrad Erwärmung zählt. Bereits geringe Temperaturreduktionen können die Risiken von Extremwetter, Biodiversitätsverlust sowie Nahrungs- und Wasserknappheit deutlich senken. Verzögerungen erhöhen dagegen langfristig Kosten und Schäden, während schnelles und koordiniertes Handeln kurzfristig positive Effekte für Mensch und Umwelt entfalten kann.


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Profilbild von Simon Brechel

Simon Brechel

Nachhaltigkeitsberater

Unterstützt Organisationen strategisch und praxisnah – bei der Entwicklung, Umsetzung und Verankerung einer nachhaltigen Unternehmensführung.