Energiewende unter Druck: Monitoring-Kommission warnt trotz >50 % Erneuerbaren vor Strukturdefiziten
Der Monitoringbericht der unabhängigen Expertenkommission zum Monitoring der Energiewende, die die Bundesregierung im Rahmen des Prozesses „Energie der Zukunft“ berät, sieht die Energiewende an einem kritischen Punkt. Zwar basiert das deutsche Stromsystem bereits zu über 50 % auf erneuerbaren Energien, doch bestehen weiterhin erhebliche Defizite bei Versorgungssicherheit, Netzinfrastruktur und Energieeffizienz.
Die Kommission fordert ein konsequent weiterentwickeltes Strommarktdesign, das sich an einem zunehmend erneuerbaren System orientiert. Marktbasierte Preissignale sollen Investitionen effizient steuern und Fehlanreize vermeiden. Als zentraler Hebel werden regional differenzierte Börsenstrompreise genannt, um Standortunterschiede und reale Knappheiten abzubilden.
Beim Umbau der stofflichen Energieträger sehen die Experten großen Handlungsbedarf: Der Erdgasverbrauch muss langfristig auf null sinken, während die bestehende Gasinfrastruktur nur teilweise für Wasserstoff nutzbarist. Für Erdgas, Wasserstoff und Mineralöl fehlt bislang eine integrierte Transformationsstrategie.
Mit Blick nach vorn erwartet die Kommission, dass erneuerbare Energien bald rund zwei Drittel der Stromerzeugung stellen. Um die notwendige Elektrifizierung von Wärme, Mobilität und Industrie zu ermöglichen, seien systemdienliche Investitions- und Betriebsanreize wichtiger als kurzfristige Einzelmaßnahmen. Bezahlbare Energie bleibt dabei entscheidend für Akzeptanz und Wettbewerbsfähigkeit.
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