ISO und GHG Protocol: Einheitliche Standards für Treibhausgasbilanzierung in Sicht
Ziel der neuen Partnerschaft
ISO und das GHG Protocol wollen ihre bisher getrennten Standards für die Treibhausgasbilanzierung zusammenführen. Dadurch soll eine weltweit einheitliche Grundlage entstehen, auf der Unternehmen Emissionen verlässlich messen, berichten und Klimastrategien entwickeln können. Die Kooperation umfasst unter anderem die ISO-1406X-Reihe sowie die Corporate-, Scope-2- und Scope-3-Standards des GHG Protocol.
Bedeutung für Unternehmen und Klimapolitik
Die Harmonisierung soll Inkonsistenzen beseitigen, die bisher durch unterschiedliche Anwendungsbereiche und Prüfregeln entstanden sind. Ein gemeinsames Regelwerk soll klare Vorgaben schaffen und die Vergleichbarkeit von CO₂-Daten verbessern. Es entsteht außerdem ein neues Augenmerk auf Produkt-CO₂-Fußabdrücke entlang globaler Wertschöpfungsketten.
Kritikpunkte und Governance-Fragen
Expertinnen und Experten warnen, dass globale Standards politische Machtfragen berühren. Vertreter des globalen Nordens dominierten Entscheidungsprozesse, was zu einseitigen Prioritäten führen könne. Auch bestehende ISO-Normen, etwa zur THG-Neutralität, werden wegen potenzieller Doppelzählungen und unzureichender Adressierung fossiler Emissionen kritisiert.
Chancen und Herausforderungen
Die Angleichung der Standards könnte die Dekarbonisierung deutlich erleichtern, insbesondere durch bessere Datenqualität und reduzierte Komplexität. Investoren und politische Entscheidungsträger könnten damit zuverlässiger planen. Voraussetzung für den Erfolg ist jedoch eine inklusive Weiterentwicklung, die Interessen verschiedener Regionen und Akteursgruppen berücksichtigt.
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