ISSB-Standards: Auf dem Weg zu einem globalen Standard für Nachhaltigkeitsberichte

Was sich international abzeichnet

Die Standards des International Sustainability Standards Board (ISSB) setzen sich weltweit als gemeinsamer Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen durch. Knapp 40 Jurisdiktionen, die zusammen fast 60 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung abdecken, haben die ISSB-Standards bereits übernommen oder nutzen sie als Grundlage für eigene Regelungen.

Wofür ISSB-Standards genutzt werden

ISSB-Standards werden sowohl für verpflichtende Berichterstattung als auch für freiwillige Nachhaltigkeitsberichte eingesetzt. Im Fokus stehen Nachhaltigkeitsinformationen, die für Investoren finanziell relevant sind, insbesondere im Hinblick auf nachhaltigkeitsbezogene Risiken und Chancen.

Austausch zwischen Ländern: Neue Arbeitsgruppe für Anwender

Zur Unterstützung der praktischen Umsetzung wird die bisherige Jurisdictional Working Group weiterentwickelt und künftig als Jurisdictional Adopters Working Group geführt. Diese Plattform soll den Austausch zwischen Regulierungsbehörden stärken und helfen, grenzüberschreitende Umsetzungsfragen zu klären.

Verhältnis zu den ESRS in der EU

In der Europäischen Union gelten die European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Während ISSB vor allem investorenorientierte, finanzrelevante Angaben fordert, verlangen die ESRS zusätzlich umfangreiche Informationen zu Nachhaltigkeitsauswirkungen. International tätige Unternehmen stehen dadurch vor der Aufgabe, beide Regelwerke parallel zu bedienen.

Im Rahmen des Omnibus-Pakets arbeitet die Europäische Kommission an einer Vereinfachung der ESRS. Diskutiert wird ein Ansatz, bei dem Unternehmen die ISSB-Standards als Basis nutzen und diese um zusätzliche Impact-Angaben ergänzen, um die ESRS-Anforderungen zu erfüllen. Ziel ist es, Doppelarbeit zu reduzieren und gleichzeitig die Vergleichbarkeit der Daten für Investoren zu sichern. EFRAG und ISSB betonen die Zusammenarbeit zur Weiterentwicklung und besseren Abstimmung der Standards.

Warum einheitliche Standards für Unternehmen wichtig sind

Einheitliche internationale Regeln unterstützen die Vergleichbarkeit von Unternehmen über Ländergrenzen hinweg und fördern fairen Wettbewerb. Unternehmen können sich durch qualitativ hochwertige Nachhaltigkeitsberichte differenzieren, während Investoren bessere Entscheidungsgrundlagen erhalten.

Die ISSB-Standards enthalten Übergangsregelungen und Mechanismen zur Verhältnismäßigkeit, damit auch kleinere Unternehmen die Anforderungen schrittweise erfüllen können.

Schwerpunkt: Wesentlichkeit und Berichtsqualität

Im Vordergrund steht die Erwartung, dass Berichte nicht möglichst viele Daten liefern, sondern wesentliche Informationen zu Risiken, Chancen und der Steuerung der Wertschöpfung. Der Anspruch ist, dass Berichterstattung konsistent erklärt, wie Nachhaltigkeit mit der Geschäftsstrategie zusammenhängt.

Branchenspezifische Offenlegung: SASB als Grundlage

Ein wichtiges Element sind branchenspezifische Offenlegungsanforderungen auf Basis der SASB-Standards. Diese sollen Investoren helfen, Risiken und Chancen einzelner Branchen besser zu verstehen und Unternehmen innerhalb einer Branche vergleichbar zu machen. Das ISSB aktualisiert diese Vorgaben laufend und hat zuletzt eine Konsultation zu Verbesserungen bei neun SASB-Standards gestartet.

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Simon Brechel

Nachhaltigkeitsberater

Unterstützt Organisationen strategisch und praxisnah – bei der Entwicklung, Umsetzung und Verankerung einer nachhaltigen Unternehmensführung.