Lieferkette verursacht bis zu 80 % der Emissionen – Scope 3 wird zum Kosten- und Compliance-Risiko
Die vorgelagerte Lieferkette ist der mit Abstand größte Emissionstreiber vieler Unternehmen: bis zu 75–80 % der Gesamtemissionen entfallen auf Scope 3, insbesondere auf eingekaufte Waren und Dienstleistungen (Scope 3.1). Dennoch fehlt den meisten Unternehmen ein belastbarer Überblick.
Der CO₂-Preis im EU-Emissionshandel stieg von rund 20 €/t (2018) auf über 100 €/t im Februar 2023 und liegt aktuell bei etwa 72 €/t – mit weiter steigendem Trend. Unzureichendes Scope-3-Management wird damit zunehmend finanziell riskant.
Mit der CSRD wird Scope 3 verpflichtend: Ab 2025 müssen Unternehmen rückwirkend für 2024 über alle wesentlichen Emissionsquellen berichten. Während Scope 1 und 2 meist gut erfasst sind, bleibt Scope 3 datenintensiv und komplex.
In der Praxis dominieren ausgabenbasierte Methoden mit geringer Genauigkeit; aktivitätsbasierte Ansätze und Product Carbon Footprints der Lieferanten wären präziser, sind aber selten verfügbar.
Fazit: Perfektion ist nicht sofort nötig, aber Einstieg schon. Unternehmen sollten die größten Hebel identifizieren, Lieferanten einbinden und die Datenqualität schrittweise verbessern – sonst drohen steigende Kosten, regulatorischer Druck und Wettbewerbsnachteile.
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