Simplified ESRS: Standards schrumpfen um 101 Seiten, Datenpunkte minus 60 %

Nach Kritik an den ersten ESRS-Berichten (Ø 127 Seiten, „zu lang und zu komplex“) reagiert die EFRAG mit „Simplified ESRS“: Der Standardumfang sinkt von 257 auf 156 Seiten, die geforderten Datenpunkte werden um 60 % reduziert. Ziel ist weniger Compliance-Overload und mehr Entscheidungsrelevanz.

Kern der Reform ist „Fair Presentation“: Unternehmen sollen ein realitätsgetreues, entscheidungsrelevantes Bild liefern. Über einen Materiality Filter können Angaben stärker fokussiert werden – gleichzeitig müssen fehlende wesentliche Aspekte über Entity Specific Considerations ergänzt werden.

Strukturänderungen: Ein Executive Summary darf vorangestellt werden; detaillierte Methodik kann in Anhängeverlagert werden, um den Lesefluss zu verbessern.

Die Wesentlichkeitsanalyse (Double Materiality) wird vereinfacht: Ein Top-down-Ansatz identifiziert klar wesentliche/unwesentliche Themen, nur „Close Calls“ erfordern tiefere Bewertungen. Zudem wird „positiver Impact“ neu definiert (nur über Schadensbegrenzung hinaus).

Kritiker warnen: Weniger Granularität könnte Vergleichbarkeit schwächen und Spielräume für Minimalberichte/Greenwashing erhöhen – besonders durch mehr unverbindliche Guidance und subjektivere Wesentlichkeitseinstufungen.

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Die vollständigen Daten und Hintergründe finden Sie im Originalartikel.

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Simon Brechel

Nachhaltigkeitsberater

Unterstützt Organisationen strategisch und praxisnah – bei der Entwicklung, Umsetzung und Verankerung einer nachhaltigen Unternehmensführung.