Einheitlicher CO₂-Bilanzierungsstandard: ISO und GHG Protocol zielen auf 2028
- ISO und das GHG Protocol haben am 29. Juli 2026 angekündigt, ihre Unternehmensstandards zur Treibhausgasbilanzierung in einem co-gebrandeten Regelwerk zusammenzuführen. Es soll Scope 1, 2 und 3 sowie den geplanten AMI-Standard mit der ISO 14064-1 vereinen. Eine integrierte öffentliche Konsultation ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen, das Inkrafttreten für 2028.
- Vorausgegangen war eine strategische Partnerschaft im September 2025. ISO bringt die verfahrensbasierte Verifizierungsarchitektur und ihren Normungsprozess mit 177 Mitgliedsländern ein, das GHG Protocol seine methodische Tiefe. Die Entwicklung folgt den bestehenden Governance-Strukturen beider Seiten.
- Größte offene Baustelle ist Scope 2. Auf die Konsultation vom Oktober 2025 gingen rund 1.100 Stellungnahmen ein, knapp zwei Drittel aus Unternehmen, Verbänden und Beratung. Ein stundengenauer Abgleich des Stromverbrauchs innerhalb derselben Netzregion fand wenig Zustimmung. Eine Arbeitsgruppe tagt im September.
- Parallel entsteht ein gemeinsamer Produktstandard auf Basis von ISO 14067 – relevant unter anderem für den EU-CBAM. Ein Zeitplan dafür steht noch aus.
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