Neuer GHG-Standard: Ab 2027 weltweit einheitliche Bilanzierung für Landnutzung und CO₂-Entnahmen
- Das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) hat mit dem Land Sector and Removals (LSR) Standard erstmals einen globalen Standard für die Bilanzierung von Treibhausgasemissionen und CO₂-Entnahmen im Landsektor veröffentlicht. Der Standard tritt am 1. Januar 2027 in Kraft.
- Unternehmen können künftig sowohl natürliche als auch technologische CO₂-Entnahmen in ihre Scope-1- und Scope-3-Bilanzen einbeziehen, sofern strenge Anforderungen an Datenqualität, Nachweisbarkeit und langfristige Speicherung erfüllt sind.
- Hintergrund: Landwirtschaft und Landnutzungsänderungen verursachen rund 25 % der globalen Treibhausgasemissionen. Der neue Standard soll bisherige Lücken in der Klimabilanzierung schließen und die Vergleichbarkeit der Berichterstattung verbessern.
- Der LSR-Standard wurde in einem fünfjährigen Entwicklungsprozess erarbeitet. Beteiligt waren über 300 Fachgutachter, 96 Pilotunternehmen sowie mehr als 4.000 öffentliche Stellungnahmen. Neu sind zudem verbindliche Anforderungen zur Rückverfolgbarkeit von Scope-3-Emissionen, um Doppelzählungen und Greenwashing zu vermeiden. Die Bilanzierung von Waldkohlenstoff bleibt aufgrund offener wissenschaftlicher Fragen vorerst ausgeklammert und wird gesondert konsultiert.
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